Thema: Wachstumsstörung Untersuchung

„Mein Kind ist klein für sein Alter – all seine Freunde sind schon größer als er! Da stimmt etwas nicht…“ – wenn Sie bei ihrem Kind eine Wachstumsstörung aufgrund zu geringer Körpergröße vermuten, ist der erste Schritt, einen Spezialisten (Kinderendokrinologe) aufzusuchen. Dieser untersucht Ihr Kind und analysiert alle Faktoren, um Ihnen in Sachen Wachstumsstörung Gewissheit verschaffen zu können. Doch wie läuft die Untersuchung ab? Was kommt auf Sie und Ihr Kind während dieser Zeit zu?
 

Die ersten Untersuchungen – familiäre Körpergröße als wichtiger Indikator

Bei der Untersuchung auf Wachstumsstörungen misst der Kinderendokrinologe zunächst die Körpergröße der Eltern – und wenn vorhanden der Geschwister. Anhand dieser Werte berechnet er die familiäre Zielgröße, sprich die für Ihr Kind zu erwartende Körpergröße. Kleine Eltern werden seltener ein sehr großes Kind bekommen, genauso wie große Eltern mit geringer Wahrscheinlichkeit kleinere Kinder zur Welt bringen. Über den Größenrechner können Sie bereits die ungefähr mögliche Zielgröße Ihres Kindes berechnen.

Es wird also zunächst der bisherige Wachstumsverlauf Ihres Kindes analysiert und zudem seine bisherige Krankheitsgeschichte erfasst. Dadurch sollen mögliche andere Ursachen für die Wachstumsstörung ausgeschlossen werden. Weicht der erwartete stark vom momentanen Wert ab, untersucht der Arzt die pubertäre Entwicklung Ihres Kindes und fragt Sie nach einer möglicherweise verspäteten Pubertät bei Ihnen selbst und älteren Geschwisterkindern.

Die radiologische Untersuchung – das Knochenalter

Das Knochenalter ihres Kindes kann durch eine Röntgenuntersuchung der linken Hand bestimmt werden und gibt Hinweise auf den Entwicklungsstand der Knochen und welches Maß an Wachstum noch zu erwarten ist. Wenn Wachstumshormon nicht oder nur unzureichend produziert wird, reifen die Knochen grundsätzlich langsamer als die der Gleichaltrigen ohne Wachstumshormonmangel.

In Einzelfällen kann es vorkommen, dass der Arzt eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Hypothalamus-Hypophysen-Region anfertigen lässt. Anhand der MRT-Aufnahmen kann der Kinderendokrinologe erkennen, ob eventuell eine Unterentwicklung der Hypophyse oder Gehirntumore vorliegen.

Wenn sich der Verdacht auf eine Wachstumsstörung verstärkt

Wenn die ersten Untersuchungen den Verdacht auf einen Wachstumshormonmangel ergeben, können verschiedene Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Wachstumsfaktoren und von Wachstumshormon durchgeführt werden. Hierbei untersucht der Spezialist die Konzentration von bestimmten Eiweißen im Blut. Das Wachstumshormon regt die Freisetzung dieser Eiweiße im Körper an – daher liefert die Konzentration dieser Proteine im Blut Rückschlüsse darauf, ob der Körper Ihres Kindes regelmäßig Wachstumshormon ausschüttet.

In speziellen Stimulationstests wird die natürliche Produktion des Wachstumshormons im Körper Ihres Kindes durch bestimmte Substanzen künstlich angeregt. Liegt ein Wachstumshormonmangel vor, ist die Hormonproduktion bei Ihrem Kind geringer als bei Kindern ohne Hormonmangel.

AT2004089495 | Stand der Information 03/2020